Und- alle haben sich schon bei der Anschaffung eines Welpen gefragt: Muss ich? Muss ich nicht? Was bedeutet das alles für mein Tier?
Es geht um die Kastration und ihre damit unabänderbaren Folgen. Nicht etwa wie bei Katzen zur ausschliesslichen Nachwuchsverhütung, sondern Gesundheit und Verhalten sollen im Vordergrund stehen.
Immer noch verbreitet ist die Annahme Hündinnen würden sterilisiert, die Rüden kastriert. Unabhängig vom Geschlecht ist kastrieren üblich; beim Hundeweibchen werden die Eierstöcke und bei den Rüden die Hoden entfernt. Heutzutage kann man bei den Weibchen auch auf die grosse Narbe am Bauch verzichten, der Eingriff kann endoskopisch erledigt werden. Inzwischen ist erwiesen, dass eine Hündin nicht einmal Welpen gehabt haben sollte bevor man den Eingriff macht. Im Gegenteil; weil das Gesäuge schon einmal bei der Hündin genutzt wurde, erhöht sich sogar das Krebsrisiko. Vielmehr sollte man sogar schon vor der ersten Läufigkeit kastrieren , so die Meinung der Ärzte der Tierärztlichen Hochschule von Hannover.
Bei Rüden kann die Kastartion auch die Gesundheit schützen. Bei ihnen vergrössert sich ab dem ca. 3. Lebensjahr die Prostata was Probleme beim Kot absetzen verursachen kann. Durch die Kastration werden keine Sexualhormone mehr ausgeschüttet und die Prostata verkleinert sich entsprechend. Bei einer Kastration vor Erreichen der Geschlechtsreife dauert das Knochenwachstum länger, und der Rüde wird geringfügig größer. Bei Rüden ist der Zeitpunkt der Operation weniger bedeutungsvoll als bei den Hündinnen. Rüden werden oft erst als ausgewachsene Tiere kastriert, weil erst dann das als störend empfundene Sexualverhalten voll ausgeprägt ist und nun ausgeschaltet werden soll. Grundsätzlich gilt, dass der Effekt der Kastration auf das Verhalten umso geringer ist, je später die Operation erfolgt.
Das Tierschutzgesetz wiederum besagt, dass das Entfernen von Organen und Körperteilen ohne medizinische Notwendigkeit verboten ist. Es gibt aber Ausnahmen, z.B. wenn ohne die OP eine Haltung des Tieres nicht möglich ist. Unerwünschtes Dominanz Gebaren oder aggressives Verhalten lässt sich allerdings nicht durch eine Kastration nicht ausschliessen. Hier liegt in der Regel ein Erziehungsfehler vor.
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